Veröffentlicht in Das Buch

15.4) Nur noch einmal zur Arbeit

Eigentlich sollte ich wieder arbeiten, aber das war nicht möglich.
Allein der Gedanke daran ließ meinen ganzen Körper erzittern.

J… schlug vor:
»Erkundige Dich doch mal, was Du bei Erwerbsunfähigkeitsrente bekommen würdest.«
Da zu dieser Zeit noch im Alter hochgerechnet wurde, war das gar nicht so schlecht.

Also beantragte ich die Rente.
Es hat keine 4 Wochen gedauert, dann hatte ich sie, ohne Probleme. Krank genug war ich also.

Aber ganz ehrlich, hätte ich eine Arbeit gehabt, ohne Mobbing und Ordner beschriften. Wo ich mit Respekt behandelt wurde, dann hätte ich das mit der Rente nicht gemacht.
Aber unter den gegebenen Umständen konnte ich nicht zurück in diese Hölle.
Noch heute wird mir warm, wenn wir mit dem Auto an dem Haus vorbei fahren.

Nur noch ein einziges Mal musste ich dorthin, um meinem Chef von meiner Rente zu berichten.

Ich brauchte meinen ganzen Mut und meine ganze Kraft, alleine um das Gebäude zu betreten. Die Menschen dort zu treffen, die mir 7 Jahre lang das Leben zur Hölle machten, war unerträglich.

Herr O… war überrascht. Dachte, ich wäre auf einem anderen Posten, was ich seltsam fand. Hätte ich das nicht wissen müssen? Aber das war egal.

Ich berichtete ihm kurz und knapp von der Lage. An einer Unterhaltung war ich nicht interessiert. Ich weiß noch, dass er meinte:
»Warum bekommen Sie die Rente, und ich nicht?«, was echt ne doofe Frage war.

»Tja, vielleicht haben Sie sich die falsche Krankheit ausgesucht«, sagte ich und verabschiedete mich mit einem Lächeln. Nur ein kleiner Satz, aber es tat so gut, diesen Menschen so verdutzt zu sehen.

Es war geschafft!